Mittwoch, 30. März 2011

6 Wochen unterwegs....

So meine lieben, ich lass mal wieder was von mir hören:) Ich war fast 6 Wochen reisen und bin jetzt wieder in Lima, wo in der Zwischenzeit der Sommer ausgebrochen ist. Es ist wirklich schön.
Anfang März hat die Schule wieder begonnen. Davor mussten wir zwar auch schon wieder arbeiten, aber der Arbeitstag war nur 5 Stunden und ziemlich entspannt. Der Gemüsegarten musste in Stand gehalten werden und wir haben an einem Mosaikprojekt gearbeitet (jeder von uns Freiwilligen hat einen kleinen Bereich hier auf dem Gelände, den er mit einem persönlichen Mosaik gestaltet). Insgesamt waren die Ferien bis Anfang März also noch nicht ganz vorbei…


…und jetzt ist meine große Reise, von der ich knapp 190 Stunden im Bus verbracht habe, vorbei. Mir kommt es noch gar nicht so lange her vor, dass ich auf diese Reise hingefiebert habe. Und jetzt bin ich schon wieder hier in Lima.
Los ging’s für Eva und mich am zweiten Weihnachtsfeiertag. Unser erstes Ziel: Arequipa. Die Fahrkarten hatten wir eine Woche vorher gekauft und uns unglaublich gefreut dass wir DAS Schnäppchen bei Cruz del Sur, dem besten Busunternehmen Perus, gemacht haben. Wir mussten dann aber feststellen dass wir nicht wie gedacht Semicama-Plätze hatten, keine Beinfreiheit und unglaublich schlechte Luft die ganzen 16 Stunden über (später bei meiner Reise habe ich den Cruz-del-Sur-Fehler aus irgendeinem Grund noch mal gemacht…es waren die beiden schlimmsten Busfahrten die ich bis jetzt hier hatte).
In Arequipa waren wir nur einen Tag. Dann ging’s nach Cabanaconde, dem Ausgangspunkt um in den Colca Canyon, dem zweittiefsten Canyon der Welt, zu wandern. Verplant wie wir sind, sind wir erstmal munter in die falsche Richtung gelaufen und hätten uns, wäre da nicht ein Bauer mitten in der Pampa gewesen der uns gerettet hat, nach einigen Stunden gewundert warum denn der Canyon nicht mal endlich kommt. Nach dem Fehlstart ging dann aber alles gut und wir haben den Weg zur Oase am Grund des Canyons gefunden. Der Aufstieg am nächsten Morgen war um einiges anstrengender als der Abstieg. Es war aber echt cool. Von Cabanaconde ging’s dann wieder nach Arequipa. Die Fahrt war gar nicht ohne. Es hat die ganze Zeit über in Strömen geregnet und zwischendurch sogar geschneit. Trotzdem ist der Busfahrer unglaublich schnell gefahren. Wir mussten fast die ganze Zeit, dreieinhalb Stunden, stehen weil alles ausverkauft war. Als wir dann doch mal sitzen konnten, wurden und zwei kleine, klitschnasse Kinder auf den Schoss gepackt;)


Am 30. Dezember sind wir in Cusco angekommen. Es war sehr schön die Leute, die ich aus meinem Oktoberurlaub kannte, wieder zu sehen.
Ich war auf ununterbrochenen Regen eingestellt, weil wir immer davor gewarnt wurden in dieser Zeit nach Cusco zu fahren. Wir hatten aber die ganze Woche über sehr schönes Wetter. Ich glaube das einzige Mal wo es richtig lange geregnet hat, war Silvester um 24 Uhr. Und das war perfekt so! Nachdem wir mit Freunden gegessen hatten, sind wir um Mitternacht zum Plaza de Armas gegangen, wo sich so ungefähr die ganze Stadt versammelt hat. Es war richtig voll, nur die Straße war leer. Und dann um zwölf sind plötzlich alle losgerannt und haben eine Runde um die Plaza gemacht. Manche hatten nur Unterwäsche an und viele hatten einen Rucksack dabei, was für ein Jahr Reisen steht. Es war so verrückt. Es hat in Strömen geregnet und alle haben total ausgelassen gefeiert… es war echt richtig, richtig cool!!

Wir sind nicht wie befürchtet in Cusco hängen geblieben. Nach einer Woche ging es mit Zwischenstopps in Puno und Copacabana am Titicacasee, weiter nach Bolivien, La Paz. In La Paz ging es mir das erste Mal auf der Reise schlecht. Ich war nicht wirklich krank, aber mir war überhaupt nicht wohl. Das legte sich dann aber auch schnell wieder. Vieleicht lag es auch einfach an der Höhe. La Paz liegt auf ungefähr 4000 Metern.

Die Stadt ist unglaublich chaotisch. Mir hat es aber sehr gut gefallen. Eins unserer Besichtigungspunkte war das Fußballstadion der Stadt. Wir hatten Valentino vorher versprochen ein Video vom Stadion für ihn zu drehen. Dort angekommen sind wir fest entschlossen in eine offene Tür des Stadions spaziert. Leider wurden wir von Securitys zurückgehalten. Wir haben versucht sie zu überreden uns nur ganz kurz rein zu lassen. Und siehe da, nach einigen Minuten steht der eine auf und sagt wir sollen mitkommen. Auf dem Weg zur Tür raunt er uns dann so nebenbei zu „der Eintritt sind 10 Bolivianos“… wir sind also durch Bestechungsgeld ins menschenleere Fußballstadion gekommen und konnten einen wunderbaren Film drehen. Schon witzig! Wieder mal merkt man den Unterschied der Kulturen!

Nach ein paar Tagen Bolivien (Salzwüste von Uyuni und Sucre), ging’s dann langsam wieder Richtung Lima. Dort blieb ich aber nur kurz, da es sich spontan ergeben hatte mit einem Freund aus Cusco noch für ein paar Tage nach Ecuador zu reisen. Leider waren die Ferien fast um, so dass ich nur einen Ort in Ecuador kennen gelernt habe. Trotzdem war es sehr schön. Die ganze Reise war toll. Und ich bin ganz wild darauf so bald wie möglich wieder zurück zukommen um noch ganz viel mehr von Peru und generell Südamerika kennen zu lernen!


Seit Anfang März ist nun wieder Schule und langsam habe ich mich wieder eingearbeitet. Nach so einer langen Zeit Ferien war es nicht so leicht wie gedacht wieder den normalen Schulalltag zu meistern. Vor allem weil es für mich eine komplett neue Situation war. Victor, der Lehrer mit dem ich zusammen gearbeitet habe, hatte ja zum Anfang der Ferien aufgehört, sein Salon aufgelöst und somit auch meine Arbeit. Bis kurz vor Schulbeginn war nicht klar wo ich nun arbeiten werde. Typisch peruanisch, bzw. typisch Colegio San Cristoferus wurde mir dies erst einige Tage vorher mitgeteilt. Letztendlich hat es sich nun so ergeben dass ich im Salon mit den jüngsten Schülern bin. Mit einer anderen Praktikantin betreue ich drei (nächste Woche kommt wahrscheinlich ein viertes Kind dazu) Schüler im Alter von fünf bis sieben Jahren. Am Anfang, bzw. immer noch ist es nicht leicht für mich. Ich konnte mir eigentlich nicht vorstellen mit Kindern zu arbeiten. Ich denke aber dass diese Herausforderung eine gute Erfahrung für mich ist und dass ich im Nachhinein froh drum bin.
Der Ablauf des Schultags ist in etwa der gleiche wie zuvor bei den Erwachsenen. Die Arbeiten sind etwas anders. Wir malen ganz viel, backen und machen „Ausflüge“ übers Schulgelände durch die Erfahrungsfelder (Balance-Parkour, Barfusspfad, Geruchsspirale…).
Im Großen und Ganzen gefällt es mir doch recht gut. Vor allem weil ich mit Lisbeth zusammen arbeite, die zwar ein Lehramtstudium hat, aber mit Behinderten auch keine Erfahrung. So arbeiten wir sehr ausgeglichen und zusammen und es ist nicht so dass ich einfach nur die Praktikantin bin die das tut was man ihr sagt. Das ist eine Herausforderung, aber auf jeden Fall sehr schön:)

Ok, das war's erstmal. Ich versuch mal wieder regelmäßiger was von mir hören zu lassen!
Ganz liebe Grüße und bis bald...es sind echt fast nur noch vier Monate:(
Eure Sophie