Hey meine Lieben,
ich bin am Freitag nach einem sehr anstrengenden Flug gut in Peru angekommen! Vom Flughafen ging es dann mit dem Taxi zum Colegio San Christoferus. Da mir schon so einige Horrorgeschichten übers Taxifahren erzählt wurden, also dass man leicht überfallen wird, die Tür aufgerissen und die Tasche geklaut wird, hatte ich ziemliche Panik. Zumal sich in diesem Taxi ALLE meine Sachen, von Kleidung bis zu irgendwelchen wichtigen Dokumenten befanden. Es ist aber alles gut gegangen und wir (Valentino und ich) sind heil in unserem neuen Zuhause angekommen.
Unser Praktikantenhaus befindet sich auf dem Gelände der Schule. Insgesamt wohnen wir hier zu neunt. Bis jetzt verstehen wir uns alle gut und das Leben in so einer WG macht Spaß. Aber es wird bestimmt noch den einen oder anderen Moment geben in dem man sich ein eigenes Zimmer und seine Ruhe wünscht.
In den letzten Tagen hatte ich nun ein bisschen Zeit die Stadt zu erkunden. Lima ist riesig und total unübersichtlich. Im Moment hab ich großen Zweifel ob ich mich hier jemals zurecht finden werde. Aber vielleicht sehe ich das nach einem Monat schon ganz anders.
Chorrillos, der Stadtteil in dem ich wohne, ist relativ arm. Es ist hier überall ziemlich heruntergekommen und dreckig. Außerdem stinkt es. Entweder vergammelt oder nach Abgasen. Aber daran gewöhnt man sich.
Über den Rest der Stadt kann ich noch nicht so viel sagen da ich leider noch nicht soviel außerhalb Chorrillos rumgekommen bin.
Hier in Lima bewegt man sich hauptsächlich mit dem Taxi oder dem Bus fort. Die Verkehrsmittel sind sehr billig. Für eine halbe Stunde Taxi fahren zahlt man 8- 10 Soles, was umgerechnet 2, 50 € sind. Hinzu kommt, dass es völlig egal ist wie viele Leute mitfahren. Also kommen immer so viele mit wie rein passen. Wir haben es schon zu siebt geschafft…
Ich bin mir gar nicht sicher ob es hier überhaupt Verkehrsregeln gibt. Wenn es so ist werden sie jedenfalls nicht beachtet. Alle fahren total rücksichtslos und bei jeder Kleinigkeit wird gehupt. Ampeln und Zebrastreifen werden nicht beachtet. Als Fußgänger muss man total darauf achten nicht überfahren zu werden. Daran muss man sich auch erstmal gewöhnen. In Deutschland ist es ja normal einfach mal loszugehen und darauf zu vertrauen dass die Autos anhalten. Hier ist es halt nicht so…
Ich habe jetzt drei Arbeitstage hinter mir. Das ist leider zu wenig um schon sagen zu können wie es ist. Was ich bis jetzt mitbekommen habe ist aber ganz gut. Meine Kollegen sind alle sehr nett und die Arbeit mit den Schülern macht Spaß. Ich werde dann im nächsten Bericht denke ich mehr schreiben können.
Liebe Grüße und bis bald in 360 Tagen,
eure Sophie
Mittwoch, 18. August 2010
Dienstag, 10. August 2010
10. August 2010, noch 3 Tage....
Hallo,
jetzt ist es endlich soweit… am Freitag geht’s los nach Peru! Ich bin im Moment ziemlich im Stress. Irgendwie ist dann doch immer mehr zu tun als man dachte. Ich freu mich schon wenn ich dann endlich im Flugzeug sitze und den Stress hinter mir lassen kann.
Gestern bin ich von meinem 10-tägigen Vorbereitungsseminar zurückgekommen. Bevor es los ging, war ich echt gespannt und skeptisch was man 10 ganze Tage mit uns machen will. Außerdem fand ich es blöd, meine letzte Zeit im Kaff Helmarshausen in Hessen zu verbringen und nicht bei meinen Freunden und Familie sein zu können. Aber das Seminar war echt toll. Die Zeit verging wie im Flug. Wir hatten über die ganze Zeit ein sehr volles Programm. Es ging immer morgens um 9 nach dem Frühstück los und teilweise bis 23 Uhr abends. Insgesamt waren wir über 70 zukünftige Freiwillige die ins spanischsprechende Südamerika gehen. Zwischen vielen Vorträgen, von der „Anthroposophie“ bis zu „Gesundheitstipps“, haben wir in kleinen Gruppen, den so genannten Länderregionalgruppen gearbeitet. Das war sehr angenehm weil man so auch mal über länderspezifische Dinge reden konnte und alles viel vertrauter war.
Insgesamt hat mir das Seminar einen großen Teil meiner Angst genommen. Während der 10 Tage war ich überhaupt nicht aufgeregt. Was ja eigentlich komisch ist, weil ich die ganze Zeit mit diesem Thema konfrontiert war. Aber ich denke, dass meine Gelassenheit daran lag, dass alle Seminarteilnehmer das Gleiche wie ich vorhaben und es so nichts Besonderes war was ich mache. Ich hab gemerkt, dass die Aufregung immer dann kommt wenn ich mit Menschen über Peru rede, die hier bleiben. Und wenn man dann gesagt bekommt „boah, ist das aufregend und mutig“, kommt die Panik, weil man merkt dass es wirklich nicht alltäglich ist. Aber ich freu mich riesig. Es ist unvorstellbar dass ich schon in einer Woche zwei Arbeitstage hinter mir haben werde.
Ich meld mich dann von der anderen Erdhalbkugel :)
Liebe Grüße,
eure Sophie
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